Schemmel, Jonas; Maier, Benjamin; Volbert, Renate

Gibt es eine personenspezifische Aussagequalität? – Die Konsistenz der Qualität von wahren und erfundenen Aussagen einer Person zu verschiedenen Ereignissen

Zur angemessenen Erfassung des Personeneinflusses auf die Aussagequalität im Rahmen der Glaubhaftigkeitsbegutachtung wird in der Literatur u.a. die Verwendung von Verhaltensproben vorgeschlagen. Wesentliche Voraussetzung hierfür ist, dass sich die Qualität von Zeugenaussagen über Darstellungen zu verschiedenen Ereignissen hinweg als prinzipiell konsistent und damit personenspezifisch erweist, was bislang aber kaum untersucht wurde. Da die Qualität wahrer Aussagen – im Gegensatz zu der erfundener Aussagen – u.a. von der Komplexität des zu berichtenden Ereignisses beeinflusst und limitiert wird, sollte dies auch ihre Konsistenz und damit ihre Brauchbarkeit als Verhaltensprobe beeinträchtigen. Erste Befunde belegen diese Annahme einer person-spezifischen Konsistenz. Die Realkennzeichen-Summenscores von zwei wahren und zwei erfundenen Aussagen von 29 Teilnehmern korrelierten jeweils signifikant [rw(27) = .42, p= 0.03; ruw(27) = .60, p
ggf. Name des zugeordneten Symposiums (nur bei Forschungsreferaten in einem angemeldeten Symposium): Wahrheitsstatus, Person, Interaktion? Welchen Einfluss hat die aussagende Person auf die Aussagequalität?