Birke, Joseph

Evaluation eines Fragebogens zur Erfassung Aggressiver Sexualfantasien in der deutschen Gesamtpopulation

Das Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, einen Fragebogen zur Erfassung Aggressiver Sexualfantasien anhand eines impliziten Messverfahrens für sexuelle Präferenzen erneut zu evaluieren, um weiteren Aufschluss über die Validität und Reliabilität des Messinstruments zu erlangen. Zu diesem Zweck wurde ein Online-Experiment entwickelt, dessen zentrale Elemente dieser Fragebogen sowie eine Adaptation des Viewing-Time-Verfahrens waren. Es wurden Daten von N = 428 Personen aus der deutschen Gesamtpopulation (61.9 % Frauen; 38.1% Männer) im Alter von 18 bis 83 Jahren (M = 28.17; SD = 9.7) erfasst. Auf Basis der theoretisch-empirischen Befundlage wurden Hypothesen unter Berücksichtigung potentieller Moderatoreffekte über Geschlechtsunterschiede, korrelative und kausale Zusammenhänge aufgestellt. Entsprechend der aufgestellten Hypothesen berichteten Männer mehr Aggressive Sexualfantasien als Frauen. Frauen berichteten mehr masochistische Fantasien als Männer. Weiterhin gingen mehr Aggressive Sexualfantasien mit einer größeren expliziten und implizi-ten Präferenz für gewalthaltige sowie für sexuell-gewalthaltige Bildinhalte einher. Aggressive Sexualfantasien stellten, neben anderen Faktoren, den stärksten Prädiktor für selbstberichtetes Aggressives Sexualverhalten dar. Dieser Zusammenhang wurde nicht durch hostile sexistische Einstellungen gegenüber Frauen moderiert. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sprechen für die Validität des Fragebogens zur Erfassung Aggressiver Sexualfantasien und stellen einen Beitrag zur wenig ausgeprägten Forschung an Aggressiven Sexualfantasien im deutschsprachigen Raum dar.