Vogel, Lars

Rechtsextremismus, Kriminalität und Gewalt

Rechtsextreme Ideologeme beruhen im Kern auf der Vorstellung von der Ungleichwertigkeit von Menschen und Gruppen. Eine als homogen imaginierte Eigengruppe (das Volk) wird rassistisch oder kulturalistisch begründet überhöht und Fremdgruppen abgewertet. Die Eigengruppe wird dabei als prinzipiell bedroht wahrgenommen durch die Mitglieder der Fremdgruppen oder durch Mitglieder der Eigengruppe, die sich nicht konform zur imaginierten Homogenität verhalten. Diese Vorstellung des permanenten Abwehrkampfes legitimiert selbst Kriminalität und Gewalt zum Erhalt der Eigengruppe. Stark ausgeprägte rechtsextreme Einstellungen sind folglich direkt mit delinquenten Handlungsabsichten verbunden. Der vorgeschlagene Beitrag untersucht vor diesem Hintergrund den empirischen Zusammenhang zwischen rechtsextremen Einstellungen, Gewaltabsicht und tatsächlichen kriminellen und Gewalthandlungen in Thüringen. Die Datengrundlage dafür bietet das Projekt „Topografie des Rechtsextremismus“. Dieses Projekt erstellt einen Datensatz, der es erlaubt, die Einstellungen aus den repräsentativen Bevölkerungsbefragungen des Thüringen-Monitors in Beziehung zu setzen mit der polizeilichen Kriminalstatistik (PMK-rechts) und der durch die Opferberatung Ezra e.V. erhobenen Angaben zu rechtsextrem motivierten gewaltsamen Angriffen.