Mauzaite, Agne; Sauter, Julia; Seewald, Katharina; Dahle, Klaus-Peter
Tatbildbasierte Screening-Instrumente für die Diagnosen Pädophilie und Sexuellen Sadismus in der Gruppe der Hochrisikotäter

Die Studie befasst sich mit zwei tatbildbasierten diagnostischen Instrumenten, der Screening Skala Pädophilen Tatverhaltens (kurz: SSPT) von Dahle, Lehmann und Richter (2014) und der Severe Sexual Sadism Scale (kurz: SSSS) von Nitschke, Osterheider und Mokros (2009). Im Zentrum stand dabei die Frage nach den Zusammenhängen der Skalenwerte der Instrumente mit der klinischen Diagnose einer Pädophilie oder eines Sexuellen Sadismus. Bei der verwendeten Stichprobe handelt es sich um eine Vollerhebung aller Stand Mai 2016 in der Sicherungsverwahrung (§ 66 StGB) sowie im Maßregelvollzug (§ 63 StGB) untergebrachten Personen, die ein Sexualdelikt (Indexdelikt) begangen hatten (SSSS: N = 99; SSPT: N = 40). Die Erhebung erfolgte aktenbasiert, insbesondere auf der Grundlage von Urteilstexten, Gutachten und Stellungnahmen.

Im Vortrag werden zunächst die Häufigkeitsverteilungen der von den Behandelnden vergebenen Diagnosen der Pädophilie (ICD-10: F 65.4) und des Sexuellen Sadismus (ICD-10: F 65.5) in der Untersuchungsstichprobe berichtet und die Verteilungsparameter der tatbildbasierten Skalen dargestellt. Im Anschluss werden die inferenzstatistischen Analysen zur Klassifikationsfähigkeit der SSPT in Bezug auf die Diagnose der Pädophilie und zur Klassifikationsfähigkeit der SSSS in Bezug auf die Diagnose des Sexuellen Sadismus in der Untersuchungsstichprobe dargestellt. Abschließend werden Nutzen, der praktische Einsatz sowie die Limitationen der Skalen (vor allem in der Gruppe der Hochrisikosexualstraftäter) diskutiert.

Keywords: Hochrisikotäter, Pädophilie, Sadismus, Tatbild, Screening Skala