Guéridon, Marcel; Suhling, Stefan
Die prädiktive Validität von Prognoseverfahren für junge Gewalt- und Sexualstraftäter: Eine Studie zu SAVRY und JSOAP-II

Die Kriminalprognose bei jugendlichen und heranwachsenden Menschen, die wegen einer Gewalt- oder Sexualstraftätern verurteilt wurden, stellt eine besondere Herausforderung dar. Eine mögliche Reaktion darauf ist die Konstruktion von Prognoseverfahren speziell für diesen Personenkreis. Zwei prominente und vielversprechende Prognoseverfahren für die Zielgruppe der wegen Gewalt- und Sexualstraftaten verurteilten jungen Menschen sind beispielsweise das Structured Assessment of Violence Risk in Youth (SAVRY; Borum, Bartel & Forth, 2002) und das Juvenile Sex Offender Assessment Protocol-II (JSOAP-II; Prentky & Righthand, 2003). Bisher haben allerdings nur wenige Studien die Eignung dieser Verfahren im deutschsprachigen Raum überprüft. Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse einer aktuellen Studie zur prädiktiven Validität des SAVRY und des JSOAP-II anhand von Rückfalldaten einer Stichprobe von jungen Verurteilten dar, die zwischen 2003 und 2008 aus dem niedersächsischen Jugendstraf- oder Jungtätervollzug entlassen wurden. Dabei wird auch die Frage betrachtet, wie die Verfahren im Vergleich mit aktuarischen Prognoseverfahren für erwachsene Straftäter (Static-99, SVG-5) abschneiden.