Zahn, Theresa; Wolf, Annegret
Es liegt nicht nur an den Medien – Der Einfluss von Persönlichkeitsvariablen auf Kriminalitätsfurcht

Personale Kriminalitätsfurcht ist definiert als die Angst eines Individuums, persönlich Opfer einer Straftat zu werden. Diese ist gekennzeichnet durch eine affektive (Gefühle der Angst und Unsicherheit), eine kognitive
(Wahrnehmung einer Situation als bedrohlich, Risikoeinschätzung) und eine behaviorale Komponente (Schutz- und Vermeidungsverhalten). In der vorliegenden Untersuchung an N = 176 Personen aus den Städten Berlin, Halle und Köln wurden bestehende Theorien zur Entstehung der Kriminalitätsfurcht vergleichend untersucht. Insbesondere interessierte hierbei, inwieweit verschiedene Persönlichkeitsvariablen interindividuelle Unterschiede in der Kriminalitätsfurcht aufklären können. Vorläufige Analysen weisen auf positive Zusammenhänge von Kriminalitätsfurcht und externaler Kontrollüberzeugung, Extraversion, Verträglichkeit, Empathie und Vermeidungstemperament hin (.13 Darüber hinaus ist Kriminalitätsfurcht negativ mit subjektivem Wohlbefinden korreliert. Die Ergebnisse weisen auf einen relevanten Beitrag von Persönlichkeit hin, welcher über die bisher in der Literatur fokussierten Kontextfaktoren wie Mediennutzung hinausgeht. Implikationen für ein integratives Modell zur Erklärung von Kriminalitätsfurcht sowie der Bedeutung auf das alltägliche Wohlbefinden werden diskutiert.