Dinkelborg, Lisa
Entwicklung und Validierung einer inhaftierungsgerechten Version des PID-5

Im Rahmen kriminalprognostischer Einschätzungen ist die Betrachtung der Persönlichkeitsausprägungen von Straftätern von zentraler Bedeutung. In der Praxis werden bisher jedoch meist keine oder nicht hinreichend geeignete Persönlichkeitsinventare genutzt. Die vorliegende Studie prüft die Eignung (1) des Persönlichkeitsinventars für DSM-5 (PID-5) und (2) einer inhaftierungsgerecht angepassten Version des Inventars zur Verwendung im Strafvollzugskontext. Die Straftäterstichprobe wird ca. N = 200 Inhaftierte aus den sozialtherapeutischen Abteilungen des niedersächsischen Justizvollzuges umfassen. Zu jedem teilnehmenden Inhaftierten werden zwei Fremdberichte eingeholt: Zum einen von den Bezugsbetreuern aus dem allgemeinen Vollzugsdienst und zum anderen von den betreuenden Psychologen (ca. N = 400 Fremdberichte). Es wird untersucht, inwieweit die Faktorenstruktur des PID-5 in der Straftäterstichprobe repliziert werden kann. Zudem erfolgt eine Analyse der Itemkennwerte, Reliabilitäten, Validitäten sowie der Selbst-Fremd-Konvergenzen für die originale und inhaftierungsgerecht adaptierte Version des PID-5. Geprüft werden soll ferner, ob sich ein inkrementeller Nutzen des Fremdberichts über den Selbstbericht hinaus für prognostische Fragestellungen ergibt. Die Bedeutung der Ergebnisse für die forensische Praxis und für kriminalprognostische Einschätzungen wird diskutiert.